Daten und Hypothesen zum Vitalfeld

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Elektromagnetische Felder im Körper

Elektrische Felder sind überall im Körper vorhanden. Sie werden von ungleichmäßigen Verteilungen von Plus- und Minusladungen in der Zelle verursacht. Diese sind nicht konstant, sondern variieren mit langsameren oder schnelleren Rhythmen, wobei sie zusätzlich magnetische Felder und elektromagnetische Abstrahlung erzeugen.

Jede Zellmembran verfügt über eine elektrische Spannung, welche etwa 70 mV (Millivolt) beträgt. Dies gilt nicht nur für die Zelle selbst, sondern auch für ihre Organellen wie z.B. die Mitochondrien und das endoplasmatische Retikulum. Die Höhe der Membranspannung mag nach unseren Maßstäben nicht sehr hoch sein, auf zellularer Ebene ist sie aber gigantisch.

Dabei ist zu bedenken, dass nicht die Spannung selbst die entscheidende Größe ist, sondern die Spannungsänderung, geteilt durch die zugehörige Distanz, worüber die Änderung stattfindet. Diese Größe wird Feldgradient oder Spannungsgradient genannt. Elektrische Felder üben mittels ihrer Feldgradienten Kräfte (z.B. auf Ionen) aus. Die absolute Größe des Feldes spielt dabei keine Rolle.

Nun sind gerade die Feldgradienten bei den Membranen sehr hoch, weil die Membranen so dünn sind, nämlich ca. 5 nm = 0,000 000 005 m (5 Nanometer = 5 milliardstel Meter). Für den Feldgradienten findet man somit den Wert von 50 mV / 5 nm = 0,05 V / 0,000 000 005 m = 10.000.000 V/m. In Worten: 10 Millionen Volt pro Meter. Dies ist tatsächlich ein sehr hoher Wert.

Ein vergleichendes Beispiel: Stellt man zwei Metallkugeln in einem Abstand von einem Meter zueinander auf, erdet eine und versucht, die zweite aufzuladen, kann man bei weitem keine 10 Millionen Volt erreichen. Es würde lange vorher zwischen den beiden Kugeln anfangen zu blitzen und zu krachen. Durch diese Blitzentladungen verliert die Kugel dauernd die aufgebrachte Ladung. Wahrscheinlich kann nicht einmal eine Million Volt erreicht werden. Solche elektrischen Gradienten sind in der Zelle standardmäßig vorhanden und spielen eine wesentliche Rolle bei der Lenkung von Ionen.

Nun sind diese Membrangradienten schon lange bekannt. Bis vor kurzem ging man davon aus, dass auf kurze Distanz zur Membran die Spannung auf null zurückfallen würde und ab dem Punkt auch kein Feldgradient mehr vorhanden sein würde. Dieses Bild wurde aber von einer Veröffentlichung von Tyner et al. aus 2007 "Nanosized Voltmeter Enables Cellular-Wide Electric Field Mapping" [Tyner 2007] umgeworfen. Mit einer neuartigen Messmethode konnten erstmals Feldgradienten innerhalb der Zelle an von Membranen entfernten Stellen gemessen werden. Zum Erstaunen der Autoren, und vermutlich dem vieler Kollegen, wurden sehr hohe Werte gefunden. Der an 10 Stellen gemessene Wert des Feldgradienten betrug im Schnitt mehr als zwei Millionen V/m. Es sieht demnach danach aus, dass Zellen ganz von elektrischen Feldgradienten durchzogen sind. Es ist nur logisch daraus zu schließen, dass diese dann auch einen Sinn haben werden. Welcher Sinn das genau ist, ist vorläufig noch ungeklärt. Nach unserer Hypothese sind sie Teil des Vitalfelds.

Seit dem 19. Jahrhundert ist bereits bekannt, dass bei Gewebeverletzungen elektrische Ströme auftreten. Diese Ströme wurden Verletzungsströme genannt. Dr. R.O. Becker entdeckte in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, dass sie während der Heilungsphase ihre Polarität wechseln [Becker 1994]. In Zusammenhang mit den Strömen kann eine elektrische Spannung (und somit ein elektrischer Feldgradient) zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten der Verletzung gemessen werden. Dr. Becker kam zum Schluss, dass hier ein elektrisches System zugrunde liegt, das erst signalisiert, dass ein Problem vorhanden ist (= die eine Polarität) und anschließend die Reparatur reguliert (= die andere Polarität). Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass mit diesem Feldgradienten mehrere Prozesse, die zur Heilung beitragen, gesteuert werden. Dazu zählen u.a. die Migration von Zellen zur Wunde hin, die Teilungsgeschwindigkeit von Zellen und die Entstehung von neuen Nervenzellen. Ein guter Überblick ist in der Veröffentlichung von McCaig et al. aus 2005 zu finden: "Controlling Cell Behavior Electrically: Current Views and Future Potential" [McCaig 2005].

Schon lange ist bekannt, dass Knochen sich nach dem Grad der Beanspruchung anpassen. Sie wachsen dort, wo sie viel beansprucht werden, und bauen ab, wo sie wenig beansprucht werden. Diese Tatsache ist als das Wolffsche Gesetz bekannt (nach dem deutschen Arzt Julius Wolff, Ende des 19. Jahrhunderts). Bei diesem Prozess wird Knochensubstanz von knochenabbauenden Zellen abgebaut und an den entsprechenden Stellen von knochenaufbauenden Zellen neu aufgebaut. Der genaue Mechanismus der Steuerung dieser Vorgänge ist allerdings noch nicht bekannt. Ein interessanter Hinweis wird aber durch den piezoelektrischen Effekt gegeben. Dieser Effekt besagt, dass bestimmte Stoffe, wenn sie unter Druck gebracht werden, eine elektrische Spannung an der Oberfläche erzeugen. Von den japanischen Forschern Fukada und Yasuda wurde 1957 entdeckt, dass Knochensubstanz ebenfalls diesen Effekt aufweist [Fukada 1957]. Darauf wurde von anderen Forschern die Hypothese entwickelt, dass Größe und Richtung dieser Spannung eine Rolle spielen können, bei der Differenzierung von undifferenzierten Knochenzellen in aufbauende Zellen oder abbauende Zellen. An der Druckseite (belasteten Seite) des Knochens hat die Piezospannung, verglichen mit der Zugseite (unbelasteten Seite), die entgegengesetzte Polarität. Somit würde an der belasteten Seite die Bildung von aufbauenden Zellen gefördert werden und an der unbelasteten Seite die Bildung von abbauenden Zellen.


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Referenzen

Bücher

[Becker 1994]
Becker, R.O.
Heilkraft und Gefahren der Elektrizität
Piper, München, 1994

[Bischof 1995]
Bischof M. 
Das Licht in unseren Zellen
Verlag Zweitausendeins, 1995

Artikel

[Fukada 1957]
Fukada E.and Yasuda I.
On the Piezoelectric Effect of Bone
Journal of the Physical Society of Japan, 12:1158-1162, 1957

[McCaig 2005]
McCaig et al.
Controlling Cell Behavior Electrically: Current Views and Future Potential
Physiological Reviews 85: 943-978, 2005.

[Tyner 2007] Tyner et al.
Nanosized Voltmeter Enables Cellular-Wide Electric Field Mapping
Biophysical Journal Volume 93, p 1163-1174, 2007.