Einfluss künstlicher Strahlung auf Lebewesen

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Therapeutische Ergebnisse am menschlichen Organismus

Seit der Entdeckung von elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Phänomenen hat man damit angefangen diese für Heilzwecke einzusetzen. Diese Entwicklung beschleunigte sich stark als Ende des 19. Jahrhunderts Elektrizitätswerke aufgebaut wurden, wodurch Elektrizität generell zur Verfügung stand. Es wird geschätzt, dass 1884 rund 10.000 Ärzte in den USA täglich Elektrizität zu Behandlungszwecken anwendeten [Oschman 2006]. Einige Jahre später wurde diese Art von Therapie in den USA für unwissenschaftlich erklärt (Flexner Report) und ihre klinische Ausübung per Gesetz verboten [Oschman 2006]. Hiernach wurde die Erforschung der Rolle des Elektromagnetismus bei biologischen Prozessen zu einem politisch gefährlichen Gebiet. Trotzdem hat es immer wieder Forscher gegeben, die von der Existenz und Wichtigkeit dieser Thematik überzeugt waren. Einige dieser Forscher, die etwa in der Zeit von 1920 – 1980 aktiv waren, sind:

G. Lakhovsky

Lakhovsky war ein russisch-französischer Ingenieur und Elektrotherapeut. Er entwickelte einen so genannten MWO (multiple wave oscillator), womit gleichzeitig EM Wellen in einem großen Frequenzbereich (20 Hz – 150 MHz) erzeugt werden konnten. Nachdem er erfolgreich Krebs bei Pflanzen therapieren konnte, setzte er seine Arbeiten mit Tieren und Menschen fort. 1925 erschien ein Artikel von ihm in Radio News: "Curing Cancer with Ultra Radio Frequencies". In französischer Sprache sind mehrere Bücher von ihm veröffentlicht worden. 1939 erschien auf Englisch: "The Secret of Life". Er postulierte, dass Zellstrukturen Antenneneigenschaften haben und elektromagnetische Strahlung auffangen und abgeben können.

H.S. Burr

Prof. H.S. Burr war ordentlicher Professor an der medizinischen Fakultät der Universität Yale. 1932 begann er mit Studien zur Rolle der Elektrizität in der Embryonalentwicklung und bei Krankheiten. Eine seiner Entdeckungen betrifft den Ovulationszyklus. 1935 beschrieb er, dass sich der Eisprung anhand systematischer Veränderungen der elektrischen Spannung zwischen Fingerpaaren der rechten und linken Hand feststellen ließe. Durch Messprobleme konnten diese Ergebnisse lange Zeit nicht einwandfrei verifiziert werden. 1975 wurde eine dazu entwickelte elektronische Schaltung patentiert. Seitdem ist dieses Ergebnis unangefochten. Burr veröffentlichte 93 Artikel und schrieb ein Buch [Burr 1972] über seine Arbeiten.

A. Prioré

Prioré fing mit seinen Arbeiten kurz nach dem 2. Weltkrieg in Bordeaux an. Er entwickelte komplizierte Geräte für die elektromagnetische Therapie von Krankheiten, wie Tumoren und Infektionskrankheiten. Sie enthielten u.a. eine Spule für starke Magnetfelder und einen Hohlraumresonator für Frequenzen um 20 MHz. Beide wurden mit anderen Frequenzen moduliert, mit dem Ergebnis, dass das emittierte Spektrum Frequenzen von Hz bis GHz enthielt. Prioré erzielte erstaunliche Erfolge bei unterschiedlichen Krebsarten in Tierversuchen und bei Menschen. Er wurde von namhaften Wissenschaftlern unterstützt und von anderen vehement bekämpft. Zu seinen Unterstützern gehörten u.a. R. Pautrizel, ein weltbekannter Immunologe und Lehrstuhlinhaber in Bordeaux, und A. Lwow, Nobelpreisträger für Medizin 1965. Weil die Ergebnisse von der damaligen Fachwelt für zu kontrovers gehalten wurden, wurde deren Veröffentlichung regelmäßig abgelehnt. Deshalb wurde die Forschung in Richtung der Immunologie verlagert, wo ebenfalls erstaunliche Ergebnisse erzielt wurden, welche dann meistens veröffentlicht werden konnten. Seine späteren Geräte wurden immer grösser, teurer, aufwendiger und anfälliger. Als 1975 die Finanzierung wegfiel, mussten die Forschungen eingestellt werden.

H. Fröhlich

Herbert Fröhlich war ein deutscher Physiker, der 1948-1973 den Lehrstuhl für theoretische Physik an der Universität Liverpool besetzte und in vielen Gebieten der Physik tätig war. Er war ein brillanter Forscher der die Kunst verstand Konzepte der modernen theoretischen Physik auf andere Wissensgebiete anzuwenden. So führte er den Begriff der Kohärenz in die Biologie ein und konnte herleiten, dass Zellmembranen mit Frequenzen im GHz-Bereich schwingen können. Auch zeigte er, dass zwischen zwei kohärenten Systemen ähnlicher Frequenz eine anziehende Kraft entsteht. Hiermit ist eine mögliche Erklärung für die spezifische Anziehung gegeben, die z.B. zwischen Enzymen und ihren Substraten vorhanden ist. Fröhlichs Pionierarbeiten zeigen, dass Quanteneffekte, wie kohärente elektromagnetische Schwingungen, eine Rolle in lebenden Organismen spielen und schaffen somit eine theoretische Grundlage für deren weitere Erforschung und Nutzung.

R.O. Becker

Robert Becker war lange Zeit Direktor der orthopädischen Chirurgie am "Veterans Administration Hospital" und Lehrstuhlinhaber am "Upstate Medical Center", beides in Syracuse NY, USA. Er ist durch seine Forschungen auf dem Gebiet der Existenz von elektrischen Feldern in lebenden Organismen bekannt geworden. Dadurch wurde er zu einem der Grundsteinleger der Theorie eines bioelektromagnetischen Feldes (das wir Vitalfeld nennen). Von großem Interesse sind die Felder, die bei der Wundheilung auftreten. Im gleichen Bereich liegen seine Forschungen auf dem Gebiet der Amputation und Regeneration. Er konnte die Ergebnisse erfolgreich anwenden und z.B. eine amputierte Fingerkuppe komplett nachwachsen lassen, inklusive Fingernagel, Fingerabdruck und Gefühlswahrnehmung.

Becker initiierte auch die ersten offiziellen "Hearings" vor der New York State Public Service Commission über die potenziellen gesundheitsgefährdenden Auswirkungen von Hochspannungsleitungen. Er schrieb mehrere Bücher, u.a. Cross Currents and the Body Electric, das 1994 auf Deutsch unter dem Titel Heilkraft und die Gefahren der Elektrizität erschien. [Becker 1994]

Die heutige Lage

Wie erwähnt, wurde die elektromagnetische Therapie ab etwa 1910 von offizieller Seite schwer bekämpft. Interessierten Forschern und Therapeuten wurde diese Art von Anwendung praktisch unmöglich gemacht. Ab etwa 1970 entspannte sich die Lage, und es wurde leichter, Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet zu veröffentlichen. Wie in Abschnitt xx bereits erwähnt, wurde 1957 von den Japanern Fukada und Yasuda entdeckt[FUKADA 1957], dass Knochensubstanz einen piezoelektrischen Effekt aufweist: durch Druck und Zug auf dem Knochen werden elektrische Spannungen erzeugt. Kurz danach fingen Bassett und Mitarbeiter in den USA an, die piezoelektrischen Effekte in Knochen, und umgekehrt die Auswirkungen von elektrischen Feldern und Strömen auf die Knochenbildung, zu erforschen. Anfangs wurden dazu elektrische Ströme durch den Körper geschickt. Später wurde auch mit nicht-invasiven elektromagnetischen Signalen, welche mittels Antennen appliziert wurden, experimentiert [BASSETT 1981].

Die Grundlagenforschung in diesem Bereich hat seitdem stetig zugenommen, wodurch ebenfalls die generelle Anerkennung dieses Fachgebiets wächst. Forschungsergebnisse werden u.a. jährlich bei den BEMS-Tagungen (Bioelectromagnetic Society) vorgetragen.

In Russland und der Ukraine wurden ebenfalls ab etwa 1970 aus der Radartechnik therapeutische Anwendungen (hier im GHz Frequenzbereich) entwickelt. Die Anwendungen sind anscheinend sehr erfolgreich geworden und haben es dort auch zu offizieller Anerkennung gebracht. Die politische und wirtschaftliche Instabilität der letzten Jahrzehnte hat einer Weiterentwicklung leider im Wege gestanden.


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Referenzen

Bücher

[Becker 1994]
Becker, R.O.
Heilkraft und Gefahren der Elektrizität
Piper, München, 1994

[Burr 1972] Burr, H.S. Blueprint for Immortality - The Electric Patterns of Life
Neville Spearman, London, 1972

[Oschman 2006] Oschman, J.L. Energiemedizin
Urban & Fischer Elsevier, München 2006


Artikel

[Fukada 1957]
Fukada E.and Yasuda I.
On the Piezoelectric Effect of Bone
Journal of the Physical Society of Japan, 12:1158-1162, 1957

[Bassett 1981] Bassett et al.
Treatment of ununited tibial diaphyseal fractures with pulsing electromagnetic fields
Journal of Bone and Joint Surgery am. 63, 1981, p. 511-523.